Wie war eure Situation, bevor wir uns kennengelernt haben? Was hat dich beschäftigt – oder belastet?
«Sky war ca. 4 oder 5 Jahre alt, als ich Hilfe suchte. Er zeigte ein aggressives Verhalten gegenüber allem, was sich bewegte. Ich lernte dann die Hundeschule Fröscher zuerst kennen, die auch nach NF Footstep arbeitet. Hier lernte ich, dass mein Hund total überfordert war. Hier machten wir die ersten wichtigsten Schritte Richtung Veränderung. Bei den Sozialen Spaziergängen waren wir aber immer noch überfordert. Die reich bewegte Umgebung zusammen mit den neuen Hunden, war für uns zu viel. Mike und Heidi empfahlen mir mit Felicitas und Nadia kontakt aufzunehmen. In der ländlichen Umgebung waren die Umgebungsreizungen weniger und wir konnten uns mehr auf das Sozialisieren unter den Hunden konzentrieren.»
Was hat dich letztlich dazu bewogen, dir Begleitung an die Seite zu holen – und warum hast du dich für Canissima entschieden?
«Ich hatte mir schon Hilfe bei mehreren Hundeschulen und Hundetrainer geholt, dass hat aber keine Veränderung herbeigebracht. Im Gegenteil, Sky hat mir immer sehr deutlich gezeigt, was ich hinterfragen sollte. Beim Herumrennen in der Gruppe hielt er sich immer weit entfernt von allen. Ein Bestrafen mit dem Anspritzen von Wasser oder das Erschrecken durch eine Schütteldose fanden wir beide Fragwürdig. Auch ein Stundenlanges «dein Hund soll hinter dir laufen» schien mir nicht der Weg zu sein. Nach jeder Stunde waren Sky und ich so genervt und frustriert voneinander, dass mir klar war dass, dies nicht richtig sein kann. Schlimm wirklich, aber bei jeder neuen Hundeschule hatte ich die Hoffnung, dass die Menschen mir endlich helfen könnten. Schliesslich gab es auch noch die OK-Hundetrainerin, allerdings ging es hier nur um eine Symptombekämpfung und nicht um eine Veränderung im Verhalten. Dann erst kam ich zu einer Hundeschule, die nach NF Footstep arbeitete, und hier ging alles anders …»
Wie hast du unsere Zusammenarbeit erlebt – wie hast du dich gefühlt, was war anders als erwartet?
«Ich war sehr skeptisch nach all meinen Erfahrungen bisher. Und ein «dein Hund ist überfordert und braucht zuerst einmal eine Pause» hat mich schon etwas schockiert. Aber so haben wir angefangen, nach 3 Monaten Pause, in denen wir nur einsame Waldspaziergänge gemacht haben, haben wir uns wieder getroffen und die ersten Schritte in ein neues Leben gemacht. Schritt für Schritt haben sich positive Veränderungen gezeigt. Dann hatte ich nochmals eine Krise. Obwohl wir Fortschritte machten, war mir jetzt klar, dass unser Weg Zeit braucht, und nicht alles von heute auf morgen besser werden würde. Ich hatte einen kleinen Zusammenbruch, Sky musste zu seinem Ferienplatz für 2 Wochen, und ich musste mir Zeit nehmen. Ich stand vor der Wahl, jetzt aufgeben und Sky weggeben oder ja sagen zu einem Weg der Zeit braucht und mein Problem nicht von heute auf morgen löst. Wir beide mussten wieder Vertrauen lernen, in uns selbst, und der Umwelt gegenüber. Schlussendlich habe ich ja gesagt, mir war klar, dass es nicht nur Sky’s Weg war, sondern auch meiner. Durch diese ganze Zeit waren Mike und Heidi immer hilfsbereit und unterstützend für mich dabei, sie hätten mir auch geholfen einen Platz für Sky zu finden, wenn ich mich so entschieden hätte. Dies war für mich sehr wichtig und ich wusste ich war nicht mehr allein und hatte Menschen die mich wirklich unterstützten. Als ich später zu dir kam, fand ich die gleiche Philosophie hier wieder. Ich fand Verständnis und Unterstützung für alle meine Ängste, hier darf man auch mal weinen, wenn alles zu viel ist.»
Was hast du in dieser Zeit über dich selbst entdeckt?
«Ich habe entdeckt, dass die Aggression Sky zeigt, ganz viel mit mir zu tun hat. Was denke ich über Aggression, über Richtig und Falsch. Welche Erwartungen habe ich an meinen Hund. Welche Erwartungen hat die Gesellschaft über deinen Hund. Was haben die Erwartungen der Gesellschaft mit mir zu tun. Wie gehe ich selbst um mit Aggression und was ist Aggression eigentlich. Ich habe gemerkt, dass ich versucht habe alles zu kontrollieren in meinem Leben und wenn ich mich hilflos fühlte auch ich mich aggressiv ausdrückte.»
Was hast du Neues über deinen Hund verstanden – über sein Wesen, seine Sprache, seine Bedürfnisse?
«Ich lernte Sky erst jetzt wirklich kennen. Durch das Laufen an der langen Leine, fand ich heraus was sein Tempo ist, was alles spannend ist für ihn und wie gerne er einfach friedlich die Gegend abschnüffelt. Ich lernte seine Signale zu sehen und zu lesen und merkte wie viel er mir versucht zu sagen. Ich lernte, dass er eigentlich sehr gut mit anderen Hunden kommunizieren kann, er möchte einfach viel Distanz und Zeit dazu haben. Ich durfte auch lernen was es Sky kostet einen Spaziergang zu machen. Am Anfang hat er sehr viel Energie und dadurch kann er sehr entspannt an Begegnungen herangehen, wären seines Spazierganges sinkt dieser Spiegel und dann kommt es immer häufiger oder sehr plötzlich zu Reaktionen durch Sky. Ich lernte auch, dass unser Zuhause nicht geeignet ist für ihn und er zu Hause nicht entspannen kann. Wir entschieden uns etwas Neues zu suchen, dies brauchte allerdings Zeit und war dann der letzte Baustein für seine Veränderung.»
Welche konkrete Situation läuft heute anders als früher? Erzähl gerne eine kleine Szene.
«Hundebegegnungen auf den Waldwegen war immer Stress für uns. 2 Hund laufen geradewegs aufeinander zu. Oh je. Heute nehmen wir das nicht mehr so schlimm. Wir schauen zuerst wie verhält sich das Gegenüber. Manche Menschen sind super entspannt, manche halten den Hund schon an der kurzen Leine oder ziehen an der Leine. Einige halten an und schauen sich gleich nach einem Ausweichplatz um. Wie verhält sich der Hund, zeigt er Beschwichtigungssignale oder starrt er, versucht er sich hinter dem Besitzer zu verstecken oder wirkt er sichtlich nervös? Welche Reaktion zeigt mir Sky. Kommuniziert er freundlich mit Signalen, bleibt sein Körper weich oder wird er auch steif oder sucht er vielleicht selbst nach einem Ausweg. Wenn alles entspannt bleibt, geht man sehr oft einfach wortlos aneinander vorbei. Oft ist es aber so, dass ich versuche Raum zu geben, wo ich kann, für Sky, für die anderen. Oft kommen wir auch ins Gespräch mit den Menschen und ich merke, dass viele Menschen dankbar sind, wenn man Ihnen auch Raum gibt und ein Gespräch sucht. Und wenn man stehen bleibt und die Hunde etwas Raum haben, kommen so auch oft sehr schöne Begegnungen zu Stande. Beim Reden geben wir den Hunden Zeit sich abzuklären und wenn alles sehr friedlich ist, dann darf auch mal eine Begegnung zustande kommen, wenn das für alle 4 ok ist. Sehr oft schauen wir auch einfach zu wie die anderen an uns vorbeilaufen, wir im Wald stehend und ich freue mich daran, wenn mein Hund zufrieden das ganze ruhig beobachtet und ich merke, dass wir auch für den vorbeispazierenden Hund/Hunde etwas Gutes getan haben.»
Wie würdest du die Verbindung zwischen dir und deinem Hund heute beschreiben?
«Heute haben wir eine enge Beziehung, wir kommunizieren miteinander, Sky darf auch Fragen stellen und wenn möglich, gehe ich darauf ein. Er weiss ich nehme ihn ernst, er weiss ich schaue zu ihm und heute weiss er auch, dass er mir Vertrauen darf. Das war vorher nicht der Fall. Ich dachte ich muss der Chef sein und die Kontrolle über meinen Hund haben. Ich dachte mein Hund muss trainiert sein. Aber das stimmt alles nicht. Ein Hund will einfach verstanden sein in seinem Hunde Dasein, er möchte eine echte Beziehung zu seinem Mensch.»
Was war für dich die wertvollste Erkenntnis aus unserer Zeit?
«Was ich bei dir und in deinen Sozialen Spaziergängen lernen durfte: Sky kann gut kommunizieren. Alle Hunde, die ich bei Dir angetroffen haben können gut kommunizieren und wollen kommunizieren.
Die Hunde zeigen grundsätzlich, was sie brauchen, und das ist Raum und Zeit in Begegnungen. Mit feinen Begrenzungen und Lösungsangeboten können wir unsere Hunde unterstützen. Die Hunde übernehmen Lösungsangebote mit der Zeit von alleine, weil sie für den Hund SINN macht. Hier findet echtes Lernen statt. Die Hunde finden wieder Vertrauen in Begegnungen. Und wir Menschen lernen unsere Hunde zu verstehen, wir lernen hinzuschauen, wir lernen Lösungsmöglichkeiten kennen, die wir an die Hunde weitergeben.
Was nimmst du langfristig aus unserer gemeinsamen Arbeit mit – für dich und deinen Hund?
«Es hat nicht nur meine Sicht von Hunden verändert. Das gelernte durchdringt, es ist eine ganz neue Sichtweise, die sich auf allen Ebenen auswirkt. Es beinhaltet Verantwortung, Respekt, Achtsamkeit. Es hat mich verändert, meinen Hund, mein Verhalten mit meiner Familie, aber auch mit Fremden. Und dafür bin ich sehr dankbar.»
Stell dir vor, jemand sitzt unsicher da und weiss nicht, ob ein Coaching das Richtige ist. Was würdest du dieser Person sagen?
Ruf Nadia einmal an und tauscht euch aus.